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Landeskirchen

Veröffentlicht am 17.06.2016

Wir freuen uns an kleinen "Erfolgen", dass sie bei der Eröffnung der Gotthardröhre doch im letzten Moment noch gemerkt haben, dass es neben den Atheisten und Muslimen noch die kleine Minderheit der Reformierten gibt. Natürlich gäbe es sogar eine noch kleinere Landeskirche, aber an die denkt eh nie jemand ... Oder dass die Gemeindepfarrpersonen im Aargau jetzt doch wieder etwas leichter Zugang zu ihren Schäfchen in den Spitälern bekommen.

Über die letzten 40 Jahre gesehen ist der Trend aber eindeutig: Zahlenmässig und betreffend Einfluss und Bedeutung in der Öffentlichkeit ein dramatischer Rückgang, Trendwende keine in Sicht. Das heisst mit Sicherheit, dass der öffentlich-rechtliche Status der Landeskirchen logischerweise in absehbarer Zeit in Frage gestellt sein wird. Die "konstantinische Wene" von Anfang des 4. Jahrhunderts wird zurück gewendet. Wir müssen uns sehr bald sehr ernsthaft Gedanken machen über die Zeit danach.

Die Kirche wird deswegen nicht untergehen, sie wird aber von ihrer inneren und äusseren Verfassung her ("Verfassung" durchaus im Doppelsinn gemeint) anders werden - nicht unbedingt zu ihrem Nachteil. Die Risiken und Chancen werden grösser.

Vor allem und vordringlich sollten wir uns jetzt schon über neue Finanzierungsquellen Gedanken machen, wenn das Steuerrecht wegfallen sollte. Als zusätzliche Variante könnte man alternative Finanzierungsmodelle durchaus jetzt schon bei Bedarf etablieren. Bedarf sehe ich vor allem da, wo aus geistlicher Sicht zum Aufbau für die Zukunft unbedingt Notwendiges heute schon die Steuermittel fehlen oder aus Sparüberlegungen nach anderen als geistlichen Kriterien nicht bewilligt werden.

Wir müssen bei den Aufbaubemühungen auf die Zukunft hin auf allen Ebenen noch viel kreativer werden. Nur verwalten und betreuen reicht längst nicht mehr.