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Noch etwas Hintergrundinformation zur Kritik an der "Bibelkritik"

Veröffentlicht am 28.08.2017

In den Chicago-Erklärungen von 1978 – 86 und von ihren Vertretern wird festgehalten, dass „die Schrift vollständig und wörtlich von Gott gegeben wurde“, und „sie in allem, was sie lehrt, ohne Irrtum oder Fehler“ sei. „Dies gilt nicht weniger für das, was sie über Gottes Handeln in der Schöpfung, über die Geschehnisse der Weltgeschichte und über ihre eigene, von Gott gewirkte literarische Herkunft aussagt, als für ihr Zeugnis von Gottes rettender Gnade im Leben einzelner.“ (Vorwort). Sie vertreten die Überzeugung, dass die Bibel als WortGottes fehlerfrei sei (Artikel XI) und keine Widersprüche enthalte (Artikel XIV). Ebenso wird jeder Umgang mit dem Bibeltext (z.B. Quellenscheidung) abgelehnt, der dazu führt, dass Lehren der Bibel „relativiert, für ungeschichtlich gehalten oder verworfen werden“ (Artikel XVIII). Aufgrund der Irrtumslosigkeit der Bibel könne nichts, was der Bibel widerspricht, von Gott sein (Artikel XVII).

Prof. Dr. Samuel R. Külling war Gründer und Rektor der staatsunabhängigen theologischen Akademie sta in Riehen BS. 1978 bis 1988 hat er im „Internationalen Rat für Biblische Irrtumslosigkeit“ (ICBI) mitgearbeitet, und war damit einer der Väter der drei Chicago-Erklärungen zur Bibel.

Samuel Külling ist kirchlich bei der Heilsarmee aufgewachsen. Er hat in Bern Theologie studiert und war da Altersgenosse und Kommilitone meines „Vikariatsvaters“ Kurt Bader und auch vom späteren Basler Prof. Fritz Buri.

In Bern lehrte ab 1927 als Ordinarius für Systematische Theologie Prof. Martin Werner, ein Hauptvertreter der liberalen Theologie, welchem u.a. die Entmythologisierung von Rud. Bultmann noch zu wenig weit ging. Er forderte sogar eine Entkerygmatisierung. Für Külling als Student war er die Schreckfigur der Bibelkritik und der modernen Theologie, der ihn nachhaltig negativ geprägt hatte. Buri dagegen war ein kongenialer Schüler von Werner bis in den eigenen Habitus hinein, wie er in seinen Vorlesungen dastand und dozierte. Ich habe selber noch in den 70-er Jahren bei Buri in Basel studiert. Er war damals für Külling DER theologische Gegner an der Uni, die Personifizierung einer „ungläubigen“ Theologie. Ebenso war übrigens auch Prof. Karl Barth, der grosse dialektische Theologe in Basel, ein absoluter Gegner dieser liberalen Theologie.

Eine Reminiszenz: Buri skizzierte in der Vorlesung mal seine Dogmatik, die noch nicht ganz fertig war und sagte, sie solle auf den letzten Satz hinauslaufen, der lauten solle: GOTT IST. – Darauf meldete sich eine Kommilitonin und sagte: „Also das verstehe ich jetzt überhaupt nicht, für mich wäre das der erste Satz, das ist doch im Voraus schon klar. – Glauben Sie eigentlich überhaupt an Gott?“

Eine leise Ironie der Unbedarftheit: In der Diskussion auf FB hat ein Gegner der „Bibelkritik“ ausgerechnet Fritz Buri zitiert mit: "Die Geschichte der christlichen Theologie ist die Leidensgeschichte des Christus; nicht nur einmal ist dieser von den Theologen gekreuzigt worden." (Fritz Buri, Schweizer reformierter Theologe, 1907-1995)was oder wen er damit genau gemeint haben mag … das ist irgendwo im Netz vorhanden als angebliches Zitat von Fritz Buri ohne Stellenangabe. Das passt in Bezug auf "Wissenschaftlichkeit" und gute Argumente.